
Johannes erzählt uns hier eine dramatische Geschichte: Eine Gruppe Schriftgelehrte und Pharisäer möchte mit Jesus streiten und sucht einen Grund ihn anzuklagen. Dafür stellen
sie eine Frau in die Mitte dieser spannungsgeladenen Atmosphäre mit der Drohung sie für ihren Ehebruch zu steinigen. Und wie reagiert Jesus?
Er bückt sich und schreibt mit dem Finger auf die Erde. Weicht er aus? Überlegt er? Als sie hartnäckig weiterfragen richtet er sich auf und sagt den berühmten Satz „Wer von euch ohne Sünde ist, werfe als Erster einen Stein auf sie“. Als alle weg gegangen waren wendet er sich endlich der Frau zu, deren Leben er damit gerettet hat und versichert ihr: „Auch ich verurteile dich nicht. Geh und sündige von jetzt an nicht mehr.“
Dieser Satz ist so typisch für die Gerechtigkeit Gottes, von der uns Jesus so oft erzählt hat. Gott verurteilt mich nicht. Gott will mich aufrichten. Dabei muss ich nicht verleugnen, was ich falsch gemacht habe. Ich darf es vor Gottes barmherzigem und heilenden Blick hinlegen. Und langsam gelingt es mir, berührt von diesem Blick, aufgerichtet in eine bessere Zukunft zu gehen. Ohne es zu überstürzen. Vorsichtig. Heilung braucht Zeit, Umkehr braucht Zeit. Gott hat alle Zeit der Welt um mir österlich neue Möglichkeiten für ein besseres Leben zu schenken.